Models im Ausland: Malia in Kapstadt – Jobs, Castings und Modeln in Südafrika

Als Model ins Ausland gehen – für viele Models, sowohl New Comer als auch Profis, ein ständiges Thema. Mit einem Ausland-Aufenthalt kommen einige Planungen auf dich zu, belohnt wirst du mit reichlich Erfahrungen und Erlebnissen – egal wo auf der Welt du dich befindest. Viele junge Models machen sich Sorgen, ob sie selbstständig im Ausland zurecht kommen, was genau sie erwartet und welches Land oder welche Stadt die richtige Wahl ist. Malia von Cocaine Models ist gerade als Model in Kapstadt unterwegs. Ich habe mit ihr über ihren Auslands-Aufenenthalt in der südafrikanischen Traum-Stadt gesprochen. Im Blog gibt es noch mehr spannende Erfahrungsberichte unserer Models, unter anderen aus New York & Miami, Istanbul und Athen.

Model Malia: „Kapstadt war ein Zufall“

CM: Malia, du bist schon seit einigen Wochen/ Monaten in Südafrika als Model unterwegs. Was hast du dort bisher als Model erlebt?

Hier erlebt man sehr viel – von Shootings, über Sight Seeing, über Surfen bis hin zu Shark Diving. Kapstadt ist extrem vielseitig in jeder Hinsicht.

CM: Wie bist du auf Südafrika/ speziell Kaptstadt gekommen?

Ich bin ehrlich, Kapstadt war eher ein Zufall. Mein Freund wollte ein Auslandssemester dort an der Uni machen und ich habe gedacht, ich kann doch einfach mitkommen und dort modeln. Da wir vor einem Jahr schon einmal zum Urlaub machen vor Ort waren und eine Agentur dort hatten, war es sehr einfach den Plan auch wirklich umzusetzen dann.

CM: Wie hast du dich im Vorfeld auf deinen Aufenthalt vorbereitet?

Im Endeffekt muss man sich auf Kapstadt nicht vorbereiten, das einzig schwierige oder „langwierige“ ist das Arbeitsvisum, da sollte man schon ca. 2-3 Wochen einplanen bis man alle Unterlagen zusammen hat und nach Berlin zur Botschaft fährt. Wichtig ist auch, was man an Klamotten mitnimmt. Ich sage das ganz explizit, weil Kapstadt keine guten bzw. hochwertigen Shoppingmöglichkeiten bietet (in Hinsicht auf Shootings). Wenn man also vorhat zu testen, sollte man einiges an Klamotten mitbringen.

Malia über die Möglichkeiten als Model in Kapstadt

CM: Wie sind deine Erfahrungen in Kapstadt als Model bisher?

Es ist extrem viel Konkurrenz unterwegs, Casting können länger sein als man will und direct booking gibt es leider kaum. Die Jobs sind toll und man hat Möglichkeiten, die man in Deutschland nicht hätte und die Tests sind super.

CM: Aus deiner Erfahrung: Welche Models sind in Südafrika besonders gefragt?

Ü30 Models mit blonden kurzen Haaren. Außerdem männliche Models.

CM: Wie sieht die Model-Industrie in Kapstadt aus?

Es gibt extrem viele Agenturen und im Sommer (deutscher Winter) pilgern die Kunden nach Kapstadt und produzieren dort, aufgrund der geringen Kosten. Ja auch die Modelgagen fallen etwa halb so gut aus, wie im Vergleich zu Deutschland. Man kommt sich vor wie in einem Deutschen Dorf, denn es sind extrem viele Deutsche Models/Fotografen/MUAs vor Ort.

CM: Welche Jobs hast du in Kapstadt bisher gemacht? Wie sind diese abgelaufen?

Sportjobs, es wird viel in dieser Hinsicht dort produziert, aber auch TV Commercials. Der Ablauf ist nicht anders als in Deutschland, vielleicht ein Unterschied: nach dem Casting gibt es immer einen Callback sprich zweites Casting. Wenn man dann genommen wird gibt es einen Tag nur fürs Fitting und dann wird erst produziert. Die Tage sind lang, da man sehr früh anfängt zu shooten (wegen dem Licht). Über die Mittagszeit wird selten gearbeitet, weil das Licht zu hart ist und es geht dann meistens erst nachmittags weiter.

CM: Wie sehen deine typischen Tagesabläufe in Südafrika als Model aus?

Die Agenturen kommunizieren via SMS und schicken einen die Casting. Dann geht man in die verschiedenen Casting Studios und hofft, dass nicht wieder 100 andere Leute auf das gleiche Casting warten. Die Wartezeiten variieren von 10 Minuten bis hin zu 4 Stunden pro Casting.

Es gibt normale Castings (hier sind die Wartezeiten locker 1-4 Stunden) und „requested“ Castings (dort wird man ganz speziell angefragt, hat einen Termin und kommt meistens direkt dran). Requested Castings sind immer die, wo man die besten Chancen hat, weil der Kunde einen anhand seiner Bilder schon ausgewählt hat und somit sehen will.

CM: Wie wohnst du und wie bist du an deine Bleibe gekommen? Was empfiehlst du?

Die Agenturen helfen oder stellen einen Unterkünfte. Ich bin jedoch kein Fan von Model Appartments und daher haben wir uns über Airbnb selbst eine Unterkunft gesucht. Diese war zwar nicht direkt in Kapstadt City, aber nur 15 Minuten davon entfernt, günstiger und am Strand – was mir persönlich besser gefällt. Wenn man eine eigenständige Person ist und gerne selber organisiert, kann ich sowas nur empfehlen. Wenn man sich vielleicht unsicher ist, sollte man die Hilfe der Agentur in Anspruch nehmen.

Malias Kapstadt-Highlights

CM: Was sind deine persönlichen Kapstadt Highlights?

Mein Highlight war eines meiner letzten Testshootings mit dem Fotografen Jacques Weyers (fotografiert unter anderem für Elle Southafrica und World of Swimsuits). Wir haben ein Editorial geshootet, was mir persönlich sehr am Herzen lag und in dem ich mich einfach sehr gut wiederfinden konnte. Außerdem war ich das einzige Model mit dem Jacques getestet hat, was für mich wie ein kleiner Ritterschlag war.

CM: Welche Model-Hot-Spots würdest du anderen Models weiter empfehlen?

Die Food Markets in Kapstadt sind der Wahnsinn, außerdem bin ich ein Fan von einigen Restaurants: Kloofstreet House, Cafe Paradiso, Simply Asia, Beluga und Black Sheep. Osumo macht die besten Smoothies und zum feiern: Era, Tschin Tschin Rooftopbar, Shimmy Beachclub.

CM: Was gefällt dir am Modeln in Kapstadt? Was ist eher problematisch?

Ich finde die Locations in Kapstadt traumhaft. Wenn man Tests machen möchte, kann man extrem viele Settings haben und sein Buch sehr aufbessern.

Problematisch ist dann wiederum, dass die Gagen leider nicht so gut sind und man in Kapstadt was die Kriminalität angeht einfach aufpassen muss.

CM: Was muss ein Model in Südafrika besonders beachten? (Regeln, Bräuche, Unterschiede zu Deutschland etc.)

Kapstadt ist zwar sehr westlich/europäisch, aber ja es gibt Townships und die Kriminalität ist hoch. Abends wenn es dunkel geht sollte man nicht alleine raus oder an den Strand, man sollte nicht zu viele Wertgegenstände mit sich rum tragen, zu teure Kleidung tragen, sich in Gespräche auf der Straße verwickeln lassen oder einfach mit Leuten mitgehen. Man sollte einfach etwas aufmerksam sein, was um einen herum passiert. Wenn man sich ein Auto mietet muss man damit rechnen, dass die Leute extrem schlecht und unkoordiniert Auto fahren. Wir hatten einen kleinen Unfall, weil uns jemand ins Auto gefahren ist (nur Blechschaden) und mir wurde meine Kreditkarte am Automaten gestohlen. Man muss sich dieser Dinge einfach bewusst sein, wenn man dort ist und plant dorthin zu fliegen. Trotzdem muss man keine Angst haben vor Ort, denn wenn man diese Dinge einfach beachtet ist man sicher.

Kapstadt für das Model-Book – Deutschland für die Model-Gage

CM: Was nimmst du von deinem Aufenthalt in Südafrika mit nach Deutschland?

Kapstadt ist gut fürs Book und für die Erfahrung jedoch muss man einfach sagen, dass man dort „bezahlten Urlaub“ macht und Plus Minus Null nach Deutschland zurückkommen wird.

CM: Würdest du Südafrika, speziell Kapstadt für andere Models weiter empfehlen? Warum?

Ich denke für Newfaces ist Kapstadt toll, man kann sein Buch mit tollen Fotografen aufbauen, vor allem in Hinsicht auf Commercials. Dann denke ich auch, dass Kapstadt sehr gut für Models Ü30 ist, weil der Markt dort sehr vielseitig ist und man als Model auch im hohen Alter sehr gut dort arbeiten kann. Wenn man in dieses Raster fällt oder einfach Auslandserfahrung sammeln möchte kann ich Kapstadt empfehlen, wenn man jedoch denkt, man wird das große Geld dort machen muss ich leider sagen, bleib in Deutschland.

CM: Liebe Malia, vielen Dank für das Interview!

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