Mode & Modetrends: Die Geschichte und Philosophie von Kleidung

Mode ist nicht Mode. Und was ist Mode überhaupt? Zunächst wollen wir den Begriff Mode einmal untersuchen. Simmel, klassischer Soziologe, unterschied den Begriff Mode schon 1905 vom Begriff der zweckmäßigen „Alltags“-Kleidung. Kleidung erfüllt ein rein zweckmäßiges Bedürfnis des Menschen – so wie den Schutz vor Kälte oder Regen. Mode hingegen ist etwas anderes! Mode ist auch ein soziales Bedürfnis. Deshalb werfen wir heute einen Blick auf die Geschichte der Mode und ihren Einfluss auf die Gesellschaft. Findet unten auch tolle Videos zum Thema 100 Jahre Mode!

Danke für den Beitrag an Buchautor & Social Media Manager Stephan Czaja.

Mode wird Kulturgut – Mode existiert seit Anbeginn der Menschheit

Moden existierten schon zu Beginn der Menschheit. Zunächst war sie wie oben beschrieben für die frühen Menschen ein rein zweckmäßiges Produkt zum Schutz vor äußeren Umwelteinflüssen. Erste modische Exzesse gab es im späten Mittelalter, doch erst im 20. Jahrhundert avancierte sie zum Kulturgut und Lifestyle Produkt für fast alle Menschen. Designer, Topmodels, Modelabels, sie alle gewannen an medialer und gesellschaftlicher Aufmerksamkeit durch die ersten Filmpremieren, das aufkommende TV und dank Printmagazinen. Mode war und ist seit dem 20. Jahrhundert gesellschaftliches Kulturgut und zum anhaltendes Massenphänomen zugleich.

Erstmals zur „Mode“ wurde Kleidung durch die Bearbeitung des Fells mit ersten Nähnadeln. Damit gewannen auch erstmals äußerliche Abgrenzung und Individualität in den Gesellschaften an Bedeutung. Kleidung wurde zum Statussymbol. Personen des Renaissancezeitalters sind noch heute vielen Menschen einen Begriff. Sie alle kennen Sonnenkönig Ludwig den XIIII. Modische Kleidung war jedoch lange Zeit ausschließlich dem Adel vorbehalten – ergo, war sie erst spät ein allgemeingesellschaftliches Kulturgut. Aufwendig hergestellte Kleidung wurde im 19. Jahrhundert, dank Industrialisierung, aber für immer mehr Menschen erschwinglich. Mit zunehmendem Wohlstand verlor praktische, einfache Kleidung rasant an Bedeutung. Modische Kleidung wurde so erstmals zum Produkt und zum Kulturgut.

Modeindustrie – Trends und Kollektionen von der Stange

Damen- und Herren – Mode als industrielles Produkt

Nicht nur Mode an sich war gefragt, auch die Modewelt, einzelne Marken und Modelle. Auch die damaligen Medien und Werbefilmer haben die neuen, prominenten Designer und Designs schnell für sich entdeckt. Designer konnten ihre Haute Couture durch die steigende Nachfrage und neue industrielle Möglichkeiten in großen Stückzahlen und Standardgrößen fertigen. Und so wie die Nähnadel schon früh in der Menschheitsgeschichte für den ersten großen Wandel sorgte, führte auch die neue industrielle Massenfertigung von Mode zu steigenden Abgrenzungs- und Individualisierungsmöglichkeiten in der Gesellschaft. Die industrielle Produktion machte Mode schneller produzier- aber auch austauschbar. Mode wurde zum „Alltag“ mit verschiedenen multikulturellen Einflüssen.

Zum Ende des 21. Jahrhunderts wuchs Mode zur gigantischen Industrie. Medien und Werbung, besonders Magazine, das TV und seit den 2000ern das World Wide Web, verbreitete neue Trends immer schneller und globaler. Doch ist Mode nun eine individuelle Frage oder ein Produkt rein qualitativer Maßstäbe – so wie viele andere? Um Mode und deren grundlegenden gesellschaftlichen Ursprung zu ergründen, hilft es sich einen klassischen Soziologen zuzuwenden: Simmels „Philosophie der Mode“ (1905), auf die im nachfolgenden Kapitel Bezug genommen wird.

  • Kleidung ist ein zweckmäßiges Gut zum Schutz vor Umwelteinflüssen wie Nässe und Kälte. Mode ist ein soziales Bedürfnis.
  • Erst im 20. Jahrhundert wurde modische Kleidung zum gesellschaftlichen Kulturgut, bis sie im 21. Jahrundert zur gigantischen Industrie wird. Heute trägt jeder Moden, ob in individuellen Gruppierungen oder nach allgemein anerkannten Mustern.

Modetrends – Medien- und Trendforschung

Was sind eigentlich Modetrends? Trends definieren gesellschaftliche Strömungen in ihren Beginnen. Von ersten Individuen bis hin zu globalen Effekten. Auch in der Medien- und Trendforschung ist Mode ein essenzieller Begriff. Mode ist (wie oben beschrieben) nicht universell gleichzusetzen mit Kleidung. Ergo, würden Menschen Kleidung nur zweckmäßig tragen, wäre Mode überflüssig. Hier kommt die „Philosophie der Mode“ auf den letztendlichen Schluss, dass Mode dann als Mode wirken kann, wenn sie Ihre Andersartigkeit gegenüber der sachlichen Zweckmäßigkeit (von alltäglicher Kleidung) präsentiert.

Der Begriff Mode steht für etwas Neuartiges. Diese Andersartigkeit ist essenziell, insbesondere für Modelabels die stark von Trends und oft von Exklusivität abhängig sind. Sie bestimmt den Wert der Modestücke aber auch das Wirken der eigenen Marke. Das zeigt sich schnell durch die verschiedenen Klassenmoden. Die Klassifizierung zeigt, wie sich Trends (Moden) entwickeln.
Moden die entstehen, sind nach Simmel immer Klassenmoden. Das heißt, die Mode der höheren Klassen unterscheidet sich von der der Unteren.

Philosophie der Mode – Mehr als nur Kleidung

Simmel (1858-1918) ging in seiner Zeit der grundlegenden Frage nach: „Wie ist Gesellschaft möglich?“ Für ihn ist es die Interaktion, die eine funktionierende Gesellschaft ausmachen. Die Wechselwirkung der einzelne Individuen untereinander. Sie ergeben sich aus den Formen der Vergesellschaftung, deren Inhalte unterschiedlichster Natur und beliebig viele sein können. Vergesellschaftung bedeutet, dass sich Individuen in Gruppen formen und gemeinsame Werte bilden. Neben Religion oder Geld, ist es die Mode. So entstehen gemeinsame Muster nach denen sich Gruppen und deren Individuen richten.

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